King Bounty: Crossworlds Testbericht

kings bounty
Das erste King´s Bounty erschien Anfang der 90er Jahre und gilt als geistiger Vater der Heroes of Might and Magic – Reihe. 2008 wurde die Serie mit King´s Bounty: The Legend fortgesetzt. Nach der zweiten Neuveröffentlichung Armored Princess folgt nun das erste AddOn, Crossworlds. Mit drei neuen Kampagnen und dem Volk der Orks will der Titel neue und alte Fans locken. Kann das Spiel des russischen Entwicklers Katauri Interactive die herausragende Qualität seiner Vorgänger erreichen? Lest es selbst, in unserem Test der englischen Version:
Neuaufguss?
Die King´s Bounty – Spiele sind Strategietitel. Wir wandern als Held in einer Fantasy – Welt umher, erfüllen Aufgaben und besiegen Gegner. In den Gefechten agieren die Einheiten rundenweise; das normale Spielgeschehen hingegen findet, anders als in den Heroes – Spielen, in Echtzeit statt.
Crossworlds bietet drei neue Kampagnen:
Defender of the Crown lässt uns als Prinzessin Amelie nach der Handlung von Armored Princess spielen. Wir kommen nach Tenea zurück, um uns den ‘Verteidiger der Krone’ – Titel zu verdienen. Dazu müssen wir in vorgegebenen Arenen schwere Gefechte bestreiten. Feinde graben sich hinter starken Mauern ein, Barracken produzieren Nachschub und magische Türme beharken uns mit Blitzen. Die Schwierigkeit dieser Mission ist recht hoch, als Ausgleich erhalten wir sehr viel Gold und Erfahrung für die Gefechte. Wichtiger Gefährte auf den einzigartigen Schlachtfeldern: Unser Hausdrachen, den wir wie gehabt ebenfalls leveln können, um Feinde mit Hieben, Kugelblitzen und Feuer zu malträtieren.
Die zweite neue Kampagne nennt sich Champion Arena. Söldner Arthur kämpft in der Thousand Emperors – Arena gegen acht Bossmonster. Diese sind teilweise bereits aus den Vorgängern bekannt;  so hat etwa der Kraken wieder seinen Auftritt. Zwischen den aufreibenden Schlachten stellen wir uns mit verschiedenen Gilden gut, erfüllen Aufgaben und rekrutieren als Gegenleistung Truppen. Nur wer immer allen Herausforderungen annimmt, erreicht das nötige Level, um die anspruchsvollen Gladiatorenkämpfe zu bestehen. Übrigens hat Altair, Held aus Assassin´s Creed, hier einen Kurzauftritt.
Beiden Kampagnen ist eins gemein: Sie sind kurz. Anstatt eine ausgedehnte Welt zu erkunden, wo uns Quests und Items erwarten, müssen wir mit kleinen Levelschläuchen Vorlieb nehmen, in denen ein großer Kampf sich an den nächsten reiht.
Das ist aber nicht als Nachteil zu verstehen. Die Gefechte sind packend und fordern vollen Einsatz aller Möglichkeiten. Wer nicht alle Zauber und Fähigkeiten verwendet, wird nicht lange überleben können.
Die Zugänglichkeit ist durchaus ein Kritikpunkt am Titel. Zwar hilft uns ein kurzes Tutorial beim Einstieg in die Spielwelt, die tieferliegenden Mechaniken versteht aber nur, wer schon die Vorgänger gespielt hat. Alle anderen sollten ein Mindestmaß Neugierde und Frustresistenz mitbringen.
kings bounty testbericht
Grün macht´s
Die dritte Kampagne, Orcs on the March, unterscheidet sich vom Rest vor allem im Umfang. Sie basiert auf der Armored Princess – Kampagne und erweitert diese um eine Ork – Invasion, die wir abwehren müssen. Dabei erscheinen neue Kreaturen, Zauber und Gegenstände, außerdem wurden einige neue Orte eingefügt.
Hier kann man sich fragen: Ist Crossworlds nicht mehr als ein simples DLC – Pack mit zwei kurzen Missionen und einer relaunchten, bereits bekannten Kampagne?
Die neuen Aufträge sind mehr als nur lieblos hingeschluderte Geldmacherei. Sowohl in den Bosskämpfen als auch auf den taktischen Schlachtfeldern merkt man, wie die Entwickler am Spiel gefeilt haben. Sinnvolle Neuerungen und Herausforderungen erwarten die Spielgemeinde. Ein weiteres wichtiges Argument: Der mitgelieferte Editor ermöglicht das Erschaffen eigener Szenarien und wird dem Spiel voraussichtlich eine lange Lebensdauer bescheren.
Grafisch kann King´s Bounty: Crossworlds ebenfalls überzeugen. Die Engine leistet hervorragende Arbeit und präsentiert das Geschehen in wunderschöner Optik. Soundtechnisch ist die mangelnde Vertonung zu bemängeln. Nahezu alle Aufgaben und Gespräche finden ohne Sprachausgabe statt. Das mag Teil der King´s Bounty – Serie sein, nimmt den langen Texten jedoch viel Charme und verleitet zum Überspringen.